Naturnaher Garten

Ungefüllte Blüten

Bienen sind durch ungefüllte Blüten leicht zu fördern.

Ungefüllte Blüten haben mehr Nektar als gefüllte. Denn bei der Züchtung werden Staubblätter, auf denen sich der Pollen befindet, zu Blütenblättern umgebildet. Die Pollen fallen weg.

Gartenpflanzen mit besonders nektarreichen Blüten sind zum Beispiel Astern, Storchschnabel, Christrose, Borretsch, Beerenobst, Obstbäume, Eberesche, Geißblatt, Kapuzinerkresse, Gänseblümchen, Löwenzahn, ungefüllte Rosen, Thymian und Majoran.

Einheimische Arten

Einheimische Arten beherbergen meist mehr Insekten als Exoten. Seit Jahrtausenden sind unsere Tiere und Pflanzen aufeinander eingespielt. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Efeu: Er blüht erst im Alter von etwa 8 bis 10 Jahren. Die Blüten erscheinen im Herbst, wenn das Angebot an Nektarpflanzen schon knapp ist – ein Eldorado für Insekten. Die Früchte erscheinen im Frühjahr. Dann ist für Amsel und Mönchsgrasmücke der Tisch reich gedeckt. Die oft postulierte Schädigung von Bäumen durch Efeubewuchs ist übrigens nicht belegt.

Achtung, nicht alles was bunt blüht, ist eine nachhaltige Blumenwiese!

Viele Samenmischungen aus Baumärkten sehen nur im ersten Jahr gut aus. Sie verursachen letztlich viel Arbeit und Kosten. Im schlimmsten Fall passiert es so, wie Franz Breit es in einer Gemeinde beobachtete:

 

Bis vor etwa drei Jahren blühten dort die Hohen Schlüsselblumen, Wiesenglockenblumen, Kuckuckslichtnelken und Margeriten jedes Jahr in sehr großer Zahl. Dann kamen die Verantwortlichen auf die (Schnaps-)Idee, auf dem ebenen Teil der Fläche eine "Wildblumenwiese" anzulegen. Dazu wurde der Rasen gefräst und in die nunmehr nackte Erde irgendeine "Wildblumenmischung", wohl von einem Baumarkt oder einem ähnlichen unqualifizierten Anbieter, eingesät. Im Folgejahr blühten dort hauptsächlich Malven in exotischen Farben, aber keine mehrjährigen einheimischen, sondern einjährige fremdländische, wie sie viele Leute in Pflanzkübeln, Balkonkästen und Rabatten alljährlich ansäen. Im zweiten Jahr nach der Einsaat waren kaum mehr Malven zu sehen. Jetzt eroberten allmählich sogenannte Beikräuter wie Gemeiner Rainkohl oder Gewöhnliches Greiskraut die Fläche. Vor allem um den sehr großen Bestand an Hoher Schlüsselblume, einer unter Naturschutz stehenden Art, die im Frühling die ganze Anlage in ein leuchtendes Gelb verwandelte, ist es sehr schade. Schade ist es auch um die Glockenblume, einer Art, die auf den Wirtschaftswiesen als ausgestorben gelten kann und die sich nur noch auf den einmal im Jahr gemähten Wiesenstreifen zwischen den Bahnen des Golfplatzes hält. Über diese völlig sinnlose Aktion habe ich mich wochenlang geärgert.

 

Durch die - sicher gut gemeinte - Aktion wurde eine einmalig schöne Wildblumenwiese sinnlos zerstört. Wie heißt es doch so treffend:

"Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht".

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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