Loisach-Kochelsee-Moore (LKM)

Weit ausgedehnt, auf rund 40 Quadratkilometern, liegen die Loisach-Kochelsee-Moore am Rande der Alpen. Die namensgebende Loisach durchfließt das Gebiet gleich zweimal und der Kochelsee begrenzt das Moor im Süden. Die Größe, Artenausstattung und die Naturnähe des Gebiets verleihen den Loisach-Kochelsee-Mooren deutschlandweite Bedeutung. Sie sind Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und europäisches Natura 2000-Schutzgebiet. Außerdem sind sie wegen ihrer Vorkommen seltener Vögel als Wiesenbrütergebiet ausgewiesen.

LKM Kerngebiet, © Philipp Neumann
LKM Kerngebiet, © Philipp Neumann

Als sich vor rund 10.000 Jahren die Gletscher der letzten Eiszeit zurückzogen, hinterließen sie zwischen den heutigen Ortschaften Sindelsdorf, Benediktbeuern, Kochel und Schlehdorf eine tiefe Senke. Dieser zunächst mit Schmelzwasser gefüllte See verlandete über die Jahrhunderte, bis das Gebiet schließlich zu einem großen Moorgebiet geworden war. Reste des einstigen Sees sind der Kochelsee im Süden und der Rohrsee im Kerngebiet.
Hoch- und Niedermoor, mit all ihren spezialisierten Pflanzen und Tieren, prägten über lange Zeit die große Ebene, bis im 18. Jahrhundert damit begonnen wurde, das Moor systematisch zu entwässern und trockenzulegen. Sinkt der Wasserstand, wird der Torfboden befahrbar und kann für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Es etablierten sich Streuwiesen, auf denen einmal jährlich im Herbst die Einstreu für die Ställe der umliegenden Ortschaften gemäht wurde. Einige Bereiche der Loisach-Kochelsee-Moore werden bis heute auf diese Weise genutzt und zeichnen sich durch eine vielfältige Pflanzenzusammensetzung aus, die Lebensraum für besondere Insekten und Vogelarten bietet. Bodenbrütende Vögel, wie das Braunkehlchen oder der Brachvogel, nisten auf den offenen, weitläufigen Wiesen.

Brachvögel, © Andreas Hartl
Brachvögel, © Andreas Hartl

Doch die Entwässerung bringt auch Nachteile mit sich. Ist der Torfboden nicht mehr wassergesättigt, beginnt er sich zu zersetzen und klimaschädliches CO₂ entweicht in großen Mengen in die Atmosphäre. Gleichzeitig wird die Nutzung mancherorts immer weiter intensiviert. Häufige Mahden und die ausgebrachte Gülle gefährden die empfindlichen Pflanzen und machen das Brüten für Wiesenvögel unmöglich. Wir treten daher für eine naturverträgliche Nutzung des Gebietes ein und arbeiten gemeinsam mit den Landwirten vor Ort am Erhalt der wertvollen Moorlebensräume.

Streuwiese in den LKM, © Philipp Neumann
Streuwiese in den LKM, © Philipp Neumann

Zusätzlich entwickeln wir in Kooperation mit den umliegenden Gemeinden und der Naturschutzbehörde Konzepte für eine naturverträgliche Besucherlenkung. So wollen wir das Moor für alle erlebbar machen und gleichzeitig empfindliche Teilgebiete und deren Bewohner schützen.
Sie möchten mehr über die Loisach-Kochelsee-Moore erfahren? Dann besuchen Sie doch eine Führung mit dem Gebietsbetreuer oder folgen Sie uns auf Instagram