Sachsenhauser Filz

Sachsenhauser Filz - Blick nach Süden, Foto: Sabine Tappertzhofen
Sachsenhauser Filz - Blick nach Süden, © Sabine Tappertzhofen
Lage
Lage

Das Sachsenhauser Filz ist ein Niedermoorgebiet, das im Gemeindebereich Egling zwischen Sachsenhausen, Hornstein und Schönberg in einer Senke liegt. Bis 2006 wurden hier noch Feldlerchen, Braunkehlchen, Kiebitze und durchziehende Bekassinen gemeldet. In den 60er Jahren wurden Teile des Randbereichs drainiert. Es gibt Gräben und wenige sehr kleine Torfstiche. Ungefähr seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Mahd der nassen Bereiche aufgegeben. Teile des Gebietes verbuschten und sind heute mit Faulbaum, Weide, Birke und Fichte bestanden. Die Bodenbrüter sind verschwunden. Nur auf dem Durchzug werden immer wieder Bekassinen beobachtet. Seltene Pflanzen wie der Lungenenzian, Heuschrecken und Schmetterlinge sind aber noch zu finden.

 

Der LBV erbte 1996 einen Anteil an einer Fläche. Das Grundstück war als wahrscheinliches Bauerwartungsland an viele Interessenten ohne räumliche Aufteilung verkauft worden. Eine Bebauung ist rechtlich nicht möglich. Das Gelände ist auch nicht geeignet. In der Folgezeit konnte der LBV noch weitere Anteile erwerben. Seit 2016 mähen wir diese Fläche wieder.

 

2017 hat eine aufmerksame Freundin einer Aktiven in der Zeitung eine Anzeige gesehen "Ca. 5 ha Streuwiesen bei Egling zu verkaufen" und uns darauf aufmerksam gemacht. Wir konnten im April 2018 diese 5,3 ha erwerben. Ein Grundstück grenzt direkt an unser bisheriges Grundstück. Die anderen liegen nur wenige Meter entfernt und grenzen aneinander.

 

Großer Dank gebührt den Spendern, die diesen Kauf ermöglicht haben!

 

Dies ist ein großer Schritt, den Schutz dieses Niedermoorgebiets voran zu bringen und Lebensräume seltener Arten zu erhalten und zum Teil wieder zu schaffen.

Auf alten Luftbildern erkennt man 13 (!) einzelne Bäume. Die Flächen waren offen. 2018 waren etwa 5 ha, also etwa ein Viertel der Fläche von Büschen und teils hohen Bäumen bestanden. Das Gebiet ist deshalb für Wiesenbrüter, die baumbestandene Flächen meiden, nicht mehr als Bruthabitat nutzbar. Da die Vögel aber immer wieder auf dem Durchzug beobachtet werden und die Bäume bisher von keinen anderen wertgebenden Arten bewohnt werden, haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Vögel wie Kiebitze und vielleicht sogar das überall selten gewordene Braunkehlchen wieder bei Sachsenhausen brüten können. Wir haben deshalb begonnen, Kulisse bildende Gehölze zu reduzieren.

Vor der Maßnahme, Foto: Sabine Tappertzhofen
Vor der Maßnahme, © Sabine Tappertzhofen

Im Herbst 2019 fällten Mitglieder unserer Biotoppflegegruppe auf einer Fläche große Einzelbäume. Im Februar 2020 wurden diese Arbeiten auf zwei Flächen durch eine Fachfirma mit Spezialgeräten fortgeführt. Bäume und Gebüsch wurden auf ca. 6000 m² entfernt und die Fläche gemulcht. Im Sommer 2020 und 2021 wurden aufkommende Faulbäume in Handarbeit entfernt. Wir werden die Fläche noch einige Zeit sich selbst überlassen und nur aufkommende Gehölze entfernen, damit sich Boden und Bewuchs stabilisieren können. In den wenigen Fahrspuren, die bei den Arbeiten entstanden sind, konnten wir Bekassinen auf dem Zug beobachten. Sie halten sich gerne in solchen feuchten Mulden auf.

Nach der Maßnahme, Foto: Andrea Arends
Nach der Maßnahme, © Andrea Arends