Maßnahme Mensch Fluss – Fluss-Mensch

Durch eine zusätzliche Förderung vom Bundesamt für Naturschutz und den Bayerischen Naturschutzfonds wurde in den letzten drei Jahren eine weitere Maßnahme mit dem Namen „Mensch Fluss – Fluss-Mensch“ vom LBV durchgeführt.

 

Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher der Isar mit Informationen zum Naturschatz Isar und dessen Gefährdung durch die Freizeitnutzung zu versehen.

Information am Bootseinstieg an der Marienbrücke in Wolfratshausen, Foto: Renate Müller
Information am Bootseinstieg an der Marienbrücke in Wolfratshausen, © Renate Müller

Durch Aufklärung soll das Bewusstsein für ein naturverträgliches Verhalten in den Schutzgebieten gefördert werden. Im Rahmen der Maßnahme wurden über 5.000 Besucherinnen und Besucher am Infostand erreicht. Viele von ihnen waren sehr dankbar für die Naturschutz-Informationen. Durch die personelle Unterstützung von Vertreter(innen) anderer Vereine und Verbände konnten an den Infoständen auch die Themen „Fischökologie“ und „Sicherheit beim Bootfahren“ eingebracht werden.

 

Personell unterstützt wurde die Info-Kampagne durch andere Verbände wie


An dieser Stelle herzlichen Dank allen Helfer(innen), die viele Stunden ihrer Freizeit geopfert haben und mit größtem Engagement, Einsatz und Freude den Besucher(innen) viele wertvolle Informationen über das naturverträgliche Verhalten in den Schutzgebieten und das sichere Befahren der Isar mit Booten gegeben haben!

 

Durch Zählungen von Besucher(innen) wurden zahlreiche Daten gesammelt. Die Zählungen ergaben an einzelnen Tagen ein extrem hohes Besucheraufkommen u.a. im NSG „Isarauen zwischen Schäftlarn und Bad Tölz“.

 

Aus dem hohen Besucheraufkommen an Land und im Wasser durch unterschiedliche Nutzergruppen lassen sich hohe potentielle Gefährdungen für die Schutzgüter ableiten.

Hunderte von Badebootfahrern im Naturschutzgebiet Isarauen (Bootseinstieg unterhalb des Ickinger Wehrs), Foto: Fabian Unger, 2018
Hunderte von Badebootfahrern im Naturschutzgebiet Isarauen (Bootseinstieg unterhalb des Ickinger Wehrs), © Fabian Unger, 2018

Brütender Flussregenpfeifer auf der Kiesinsel in Bad Tölz, Foto: Martin Held, 8.6.2017
Brütender Flussregenpfeifer auf der Kiesinsel in Bad Tölz, © Martin Held, 8.6.2017

Eine durchgeführte Brutplatz- und Störungsbeobachtung ergab, dass die einzelnen Standorte durch die Freizeit- und Erholungsnutzung unterschiedlich stark beeinflusst bzw. gestört werden.

 

An einem Flussregenpfeifer-Brutplatz in Bad Tölz konnten 2017 innerhalb von nur 4 Stunden zahlreiche Störungen der brütenden Vögel durch Menschen und freilaufende Hunde nachgewiesen werden. Aufgrund der Störungen flüchtete der beobachtete Altvogel mehrmals vom Gelege.

 

An mehreren Standorten wurde festgestellt, dass es durch Unbekannte immer wieder zu gezielten Sabotageaktionen von Schutzeinrichtungen (Entfernen von Absperrungen und Beschilderungen von Vogelschutzbereichen) kam. Die Sabotagen führten u. a. dazu, dass Schutzeinrichtungen wirkungslos wurden.


Die Ergebnisse der Maßnahme „Mensch Fluss - Fluss-Mensch“ machen deutlich, dass die Anstrengungen zum Schutz und Erhalt der Isar und ihrer Tier- und Pflanzenwelt durch eine Fortführung der Aufklärung, der Umweltbildung, aber vor allem auch durch eine angemessene Besucherlenkung verstärkt werden müssen. Als hilfreich wird eine Bootsverordnung für die Befahrung der Isar gesehen. Um Kiesbrüter und andere Schutzgüter effektiv vor schädlichen Einflüssen durch die Freizeit- und Erholungsnutzung bewahren zu können, müssen alle wasser- und landseitigen Nutzungen unbedingt bei der Entwicklung neuer Besucherlenkungskonzepte berücksichtigt werden!